Gedankenperlen

 

„Raumbeduftung mit ätherischen Ölen in der

Hospizbegleitung und Palliativpflege.

Im Lehrgang für  „dialogisch aktive Duftkommunikation nach Christine Lamontain© wurde meine Sichtweise zu diesem Thema anhand von Theorievermittlung und Selbsterfahrung  begrifflich gemacht.

Schon vor mehr als 10Jahren  wurden in den Zimmern von Sterbenden BewohnerInnen, mit einer Raumbeduftung, für ein „angenehmes“ Abschiednehmen gesorgt.

Duftlampen, damals noch mit Teelichtern betrieben,  wurden in den Zimmer bereitgestellt und symbolisierten ein friedvolles Sein. Die Auswahl des verwendeten ätherischen Öles wurde nach besten Wissen und Gewissen, nach Lehrbüchern und der Nase der jeweilig diensthabenden Pflegerin ausgewählt.

Düfte die in den Büchern als wohltuend, zum Loslassen oder auch „zum Weitergehen“, beschrieben wurden, haben ihre Bestimmung gefunden. Schnell wurde mir damals schon klar, dass sich diese speziellen Düfte zu den sogenannten „Sterbe und Todesdüften“ charakterisierten.

Ein Gespräch mit einer Kollegin hat es mir dann so richtig bewusst gemacht, als sie mir folgendes erzählte: „Immer wenn ich Cistrose rieche, denke ich an das Zimmer im Erdgeschoss und an Frau XY. Ich sehe sie vor mir, wie sie kämpft  und nicht bereit war ihre letzte Reise anzutreten.“

Diesen Satz legte ich um, auf die Angehörigen, die ihre Liebsten, ihre Eltern, Großeltern und Geschwister im Abschiednehmen begleiteten. Der Raum, erfüllt von mächtigen Gefühlen und vom Duft des Todes. Und dann gibt es da noch diesen einen Duft der sein Bouquet aus der Duftlampe verströmt. Meist kaum wahrnehmbar streichelt dieser zart die Luft und legt sich wie ein Mantel um alle Anwesenden im Raum. Er prägt sich in unser Unterbewusstsein ein.

Und dieser eine Duft kann selbst nach vielen Jahren dazu imstande sein – uns in diese Situation von damals zurückzuversetzen. Mit all den Gefühlen, wie wir sie erlebt haben. Wir erinnern uns an alle Details. Er weckt Emotionen.

Zweifellos möchte ich darauf aufmerksam machen, dass ausnahmslos  Mischungen von mindestens drei ätherischen Ölen  für eine  Raumbeduftung  in den Zimmern von Sterbenden Menschen  verwendet werden sollten.

Der Anstoß für diese Bemerkung liegt der Osmologie (Zusammenhänge des komplexen Geruchsinns; grch.osme „Geruch“ + ….logie „Wort“; „Lehre“) zu Grunde.

Anhand eines praktischen Beispiels in der Ausbildung zur Praktikerin für dialogisch aktive Duftkommunikation würde ich gerne folgendes veranschaulichen.

Eine Kleingruppe von vier angehenden Praktikerinnen für dialogische aktive Duftinformation erhielt vier Duftstreifen mit je einem Tropfen eines  ätherischen Öles.  Es galt diese  eine Duftmischung von vier ätherischen Ölen zu analysieren – deren Einzeldüfte zu „erforschen“. Unterschiedlichste Bemerkungen  wurden den einzelnen Ölen zugeordnet. Die Wahrnehmungen reichten von –weniger angenehm, stechend, zum Kampf auffordernd, aufdringlich bis hin zu bedrückend.

Jedoch die Kombination aller vier Einzeldüfte – die Mischung – wurde von uns allen vieren als sehr positiv bewertet.  Das Duftempfinden wurde als angenehm, einhüllend mit angenehmer Frische und sanft umsorgend  beschrieben.

Faszinierend, wie sich die Einzeldüfte gegenüber der Mischung in unserem Duftempfinden manifestierten. Eine Duftwahrnehmung ist immer Situationsbedingt und hängt von unterschiedlichsten Faktoren ab. Duftwahrnehmung ist veränderbar und somit ist auch eine gute Biographiearbeit nicht davon ausgeschlossen, am „Ende“ die richtige (Duft)Auswahl zu treffen.

immer mit der Botschaft im Herzen – wohltuend zu umsorgen 🙂

herzlichst eure Barbara